Only one dollar!


Der Grenzübergang von Thailand nach Kambodscha war ein Klacks. Je näher ich mein Ziel Siem Reap kam, umso grüner wurde es. Das Land ist sehr flach und weit, Bäume hängen voll mit Mangos, wir fuhren vorbei an Feldern mit Lotusblüten, Schweine und Hühner laufen der Strasse entlang. Überall hat es Wasser, Flussläufe, kleine Seen und ausgetrocknete Reisfelder.

Ein Tuk-Tuk stand schon bereit nach der Ankunft und brachte mich zur Unterkunft. Der Fahrer war super freundlich und schaffte es natürlich mir eine Tempeltour anzudrehen. Verhandeln ist nicht so meine Stärke. Ich muss mich wohl noch daran gewöhnen, dass hier wirklich alles verhandelt wird. Und wenn nicht, dann sind die Leute sehr erfreut darüber und lächeln.

Nicht nur das Handeln fällt schwer, es ist schon eine sehr grosse Herausforderung die Strassen zu überqueren. Tuk-Tuks, Roller, Velos, Imbissbuden auf Rädern, Autos und Fussgänger.

Mein eigentlicher Plan mit dem Roller das Land selbständig zu bereisen zerplatzte wie eine Seifenblase schon am ersten Abend. Es ist durchaus möglich Roller zu mieten. Aber als Tourist ist es dann nur erlaubt in der Region zu fahren wo der Roller ausgeliehen wurde.

Mein Tuk-Tuk Fahrer Chun fuhr mit mir die grosse Runde durch die Tempelanlage Angkor. Die bekanntesten und nahen Tempel liessen wir allerdings aus, so dass ich am zweiten Tag auch noch was zum Anschauen hatte. Es ist wirklich beeindruckend und ich kann gut verstehen weshalb es so viele Menschen hierherzieht. Allerdings war es auch wirklich heiss bei etwa 36 Grad alle Tempel anzusehen und das auch noch in langer Hose, Turnschuhe und T-Shirt. Vor jedem Tempel sass einer der meine Kleidung kontrolliert und noch einer der mein Ticket kontrolliert, das sogar mit meinem Bild bedruckt ist.

Am zweiten Tag waren also die grossen und bekannten Tempel dran. Ich fuhr 5 Uhr morgens mit dem Velo los. Meine Kette sprang auf dem hinweg schon 7 Mal ab, und trotz das es noch stockfinster war schwitzte ich wie verrückt bei 30 Grad. Zum Glück haben Handys eine Taschenlampe. Die Strasse zum Angkor Wat ist nicht beleuchtet und führt durch einen Wald. Ohne Lampe hätte ich das Velo wahrscheinlich nicht reparieren können. Ich schaffte es trotzdem den Sonnenaufgang am Angkor Wat zu bestaunen, mit den anderen, gefühlt tausenden von Touristen.

Den letzten Tag in Siem Reap ging ich etwas ruhiger an und hatte eine geführte Boots-Tour gebucht zu einem Floating Village. Mein erster Gedanke war: schade ist gerade Trockenzeit, in der Regenzeit sieht das sicher fantastisch aus, wenn sich der Himmel im Wasser spiegelt und die Häuser auf dem Wasser stehen. Aber am Ende fand ich es spannender dieses Dorf ohne Wasser zu sehen. Schon verrückt was sie da gebaut haben. Nur der kleine Fluss hat bisschen Wasser, was nicht an der Trockenzeit liegt, sondern daran, dass China Staudämme baut und kein Wasser mehr durchkommt. Die Häuser stehen also alle auf Stelzen. In der Trockenzeit, wenn es kein Wasser hat, wird auch auf dem Land gelebt. Sobald aber die Ameisen das Weite suchen und vom Boden in die Häuser ziehen, sobald die Frösche anfangen zu quaken, muss schnell gehandelt werden und alles was nicht wasserdicht ist muss ins Haus gebracht werden. Denn dann kommt die Flut, das Wasser von allen benachbarten Ländern.

#Kambodscha

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