Von der schönsten zur staubigsten Stadt


Am Morgen ging es ganz früh raus, damit wir den Flieger nach Sucre nicht verpassten. Das lag dann schon auf 2780m. In Sucre gelandet sassen wir ewig an der Gepäckausgabe, denn die Gepäckwagen wurden in Santa Cruz vertauscht und das falsche Gepäck stapelte sich auf dem Band. Kleines Chaos als das Flugzeug landete. Mit Verspätung konnten wir unsere Rucksäcke in Empfang nehmen.

Sucre ist wirklich eine sehr schöne Stadt. Ganz viele Häuser sind weiss gestrichen, der Fruchtmarkt war der Hammer, Touristen ohne Ende und viele Leute sprechen sogar englisch.

Nach unserem täglichen Fruchtmarktbesuch fuhren wir mit dem kleinen öffentlichen Bus (Micro) zum Bahnhof. Wir planten am nächsten Tag mit dem Zug sechs Stunden nach Potosi zu fahren. Nach langem hin und her stellten wir fest, dass wir einen Tag verlieren würden, wenn wir den Zug nehmen. Also reservierten wir ein Shared Taxi, das ca. 2.5h von Sucre bis Potosi braucht. Später erfuhren wir, dass man mit Reisebussen keine Tiere transportieren darf. Dafür werden die Züge genutzt. Dieses Abenteuer hatten wir also verpasst – in einem Zug zu sitzen mit Hühnern und Schweinen.

Nach einer Höllennacht im Hostel Amigo – der Contest “Wer ist ausdauernder und lauter – Franzosen oder Engländer?” – ging es mit dem Taxi nach Potosi auf 4100m Höhe. Wir wollten unbedingt für den Abend eine Minen-Tour buchen. Leider vergebens, denn die Touren starten alle am Morgen. Also buchten wir über GreengoTours für den nächsten Morgen eine Tour. Die Luft ist in dieser Höhe schon viel dünner. Wir sind langsamer, alles strengt sehr an. Unser Stadtrundgang war nicht sehr ausgiebig. Wir kauften ein paar Früchte, für jeden einen Lama-Pullover, Dulce de Leche (süsser, karamellisierter Brotaufstrich), die Bustickets am nächsten Tag von Potosi nach Uyuni und sassen bisschen im Stadtpark herum. Potosi ist schrecklich. Es ist laut, Menschenmassen überall, es stinkt so sehr nach Abgasen, dass einem fast die Luft ausgeht und dazu noch die Höhe, wo man sich eh eine Kassette wünscht die einen daran erinnert “einatmen – ausatmen – einatmen – ausatmen…”. Am Abend waren wir im Restaurant Potocchi und probierten Lamasteak, Quinoa (auch Inkakorn genannt), assen frittierte Banane mit Honig und tranken Cocatee.

Mit unseren Rucksäcken gingen wir direkt zum Tour Anbieter und von da aus mit noch zwei Engländern und unserem Guide Julio Cesar Morales Zaubrana fuhren wir zu den Minenshops. Wir kauften Coca, Kalksteine, Sprengstoff, Saft und Handschuhe als Mitbringsel für die Arbeiter, bevor es in voller Montur zu den Silberminen ging. In Windeseile durch die Mine gerannt, so dass man ja nicht den Arbeitern im Wege steht. Wirklich interessant anzusehen, wie das Arbeiten abläuft. Leider mussten wir die Mine früher verlassen, damit wir unseren Bus nach Uyuni nicht verpassen. Also wieder zurück zum Tour Office gerannt und dann mit dem Taxi zum Busterminal. Ich hatte noch immer Kopfschmerzen von der Höhe. Auf dem Weg nach Uyuni konnten wir die ersten Lamas sehen. Uyuni ist wirklich eine Wüstenstadt. So hatten wir uns das gar nicht vorgestellt. Angekommen buchten wir sofort eine drei Tage Tour über den Salar de Uyuni bis zur chilenischen Grenze und wieder zurück nach Uyuni. Und wir kauften gleich auch Bustickets nach La Paz für in 3 Tage. Uyuni war dann nicht mehr ganz so hoch, nur noch auf 3600m, wo es mir dann auch wieder besserging. Am nächsten Tag sollte die Tour losgehen.

#Bolivien

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