Wüstensand


Am nächsten Morgen (19.11.2015) klingelte dann bereits 4:45 Uhr unser Wecker und 5:00 hiess es Abfahrt um noch weitere 60km bis zum Sossusvlei hinter uns zu bringen, bevor der Sonnenaufgang auf uns warten sollte. Laut Personal vom Nationalpark sollte das Tor erst 5:15 Uhr geöffnet werden. Als wir aber 5:05 Uhr dort ankamen war es bereits offen und allem Anschein nach waren wir die Ersten an diesem Morgen. Also hatten wir freie Bahn und sind schnellstmöglich hinter bis zum Ende der Teerstrasse gefahren. Wir hatten uns erhofft dort direkten Zugang zu einer einsamen Düne zu haben, von welcher wir aus den Sonnenaufgang in seiner ganzen Pracht bewundern wollten. Leider lag dieser Punkt ziemlich weit weg von den umgebenden Dünen.

Was nun? Die restlichen 5km ins Sossusvlei wollten wir nicht selbst fahren. Zu viele Geschichten hatten wir bereits gehört / gelesen, wo Autos im tiefen Sand stecken geblieben sind und man sich frei graben musste. Das wollten wir uns nicht antun. Der Shuttleservice war aber noch nicht in Betrieb, da zu früh. Also entschieden wir uns umzudrehen, um zu einer Düne zu fahren, welche wir im Halbdunkel vom Strassenrand aussahen. Gute Idee? Eher nicht! Dies war Dune 45, wo alle Touren anhalten, hunderte Touristen auskippen und diese da hochjagen. So auch an diesem Morgen.

Wir waren zwar die ersten im Park, aber die letzten in der Schlange auf die Düne. Toll war die Landschaft trotzdem und auch der Sonnenaufgang hat für tolle Farben gesorgt. Nach dem Sonnenaufgang bei Dune 45 sind wir dann wieder zum Ende der Teerstrasse gefahren um von da den Shuttleservice ins Sossusvlei in Anspruch zu nehmen. Angekommen entschieden wir uns über „Big Daddy“, die höchste Düne da, ins Deadvlei zu gehen.

Zur Erläuterung: „Vlei“ ist eine Salzpfanne. Das Deadvlei war früher das Ende des Tsauchab Flusses. Deswegen standen dort früher lebende Bäume, heute tot, da der Tsauchab Fluss bereits im Sossusvlei endet. Auch dort kommt er übrigens höchstens alle 10 Jahre mal an. Sonst versiegt er oft weit, weit eher. Die Dünen rings herum gehören zu den ältesten und höchsten der Welt. „Big Daddy“ erhebt sich wohl so 325m über dem Deadvlei – welch tolle Aussichten wir auf dem Weg und vom Gipfel geniessen konnten.

Auf dem Rückweg entschieden wir uns zu laufen, um danach gleich noch eine 4km Wanderung zum „Hiddenvlei“ zu machen. Alles in allem haben wir an dem Tag 15km zu Fuss bei geschätzten 40 Grad im Schatten absolviert und waren entsprechend ziemlich breit…aber haben sehr viel wunderschöne Landschaft bestaunen können. Bei der ganzen Fahrerei wurden wir zwischendrin auch mal darauf aufmerksam gemacht, dass unser hinterer rechter Reifen ziemlich wenig Luft hat. Da wir einen Kompressor dabeihatten, war die erste Idee, es mal damit zu probieren, ob die Luft hält – sie tat es. Also aufpumpen und weiterfahren.

Als wir dann aus dem Park raus sind, sind wir zur direkt davor gelegenen Tankstelle gefahren, um den Reifen reparieren zu lassen. Leider war das Loch nicht wirklich reparabel, so dass wir eines unserer Reserveräder montiert bekamen und uns geraten wurde in Swakopmund einen neuen Reifen zu kaufen. Den Abend verbrachten wir wieder auf einem Ausweichstellplatz direkt ausserhalb des Parks. Wer also auch beabsichtigt ins Sossusvlei zu gehen: BUCHT DRINGEND VOR!

#Namibia

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